Original paper

Quarzkristalle mit Fossilresten aus dem westfälischen Massenkalk

Erdmannsdörffer, O. H.

Kurzfassung

Von meinem Kollegen Dr. Lotz wurde mir eine größere Anzahl loser Quarz- und Eisenkieselkristalle zur Untersuchung übergeben, in denen deutliche Reste von Stromatoporenskeletten zu erkennen sind. Alle diese Vorkommen hatte Herr Brakensiek in Iserlohn gesammelt; die Quarze stammen aus der Umgegend von Dröschede, wo sie auf Äckern im Gebiet des mitteldevonischen Massenkalkes herausgewittert umherliegen, die Eisenkiesel aus demselben Kalke der Gegend von Sundwig, dem altbekannten Fundpunkt für dieses Mineral. Vom Burgberg bei Letmathe stammt schließlich noch ein Stück Stromatoporenkalk, das eine Anzahl skelettführender Quarze eingewachsen enthält. Die mir vorliegenden Kristalle sind ausnahmslos von den Prismen- und den Grundrhomboederflächen begrenzt. Sie erreichen eine Länge von 16 mm und eine Dicke von 7 mm. Die Farbe der meisten ist ein dunkles Schwarzbraun, seltener sind hellbräunliche. Die organischen Strukturformen heben sich meist in hellbraunen oder grauen Tönen von dem dunkeln Untergrund ab; ihrem Verhalten gegen HCl nach, ist Limonit an ihrem Aufbau beteiligt. Beim Glühen nehmen die dunkeln Kristalle eine hellgraue Farbe an, und die dunkeln Limonitteile färben sich hellrot. Behandelt man einen Kristall mit kalter, verdünnter H Cl, so verrät ein schwaches Brausen das Vorhandensein von Kalkspat, auch im Innern durchgeschlagener Exemplare. Die zwei stromatoporenführenden Eisenkieselkristalle von Sundwig sind nur klein und unterscheiden sich sonst nicht weiter von dem bekannten roten Eisenkiesel dieser Lokalität. Die Skelettreste treten hellbraun aus dem dunkelroten Untergrund hervor.