Original paper

Zur Frage der subglazialen Erosion.

Solger, Friedr[ich]

Kurzfassung

Als ich in der November-Sitzung der Deutschen geologischen Gesellschaft einen Vertrag über die Entstehung des brandenburgischen Odertales hielt, griff Herr Wahnschaffe in der Erörterung meine beiden letzten Arbeiten über ,Fossile Dünenformen im Norddeutschen Flachlande" und ,Zur Morphologie des Baruther Haupttales in seinem brandenburgischen Anteil" scharf an und machte mir den Vorwurf, daß ich auf ganz unbewiesene Behauptungen vielfach zuweitgehende Schlüsse gründete. Da weder die Dünenformen noch die subglaziale Erosion, wegen deren Herr Wahnschaffe meine zweite Arbeit angriff, zum Thema des Vertrages gehörten, so bat ich, diese Punkte nicht in die Erörterung zu ziehen, und versagte mir eine Antwort darauf an jenem Abend. Das jetzt vorliegende Protokoll enthält jedoch dieselben Vorwürfe. Da diese meiner Überzeugung nach ungerechtfertigt sind, so sehe ich mich gezwungen, mich hier gegen sie zu verteidigen. Was die Dünenfrage anbetrifft, so meint Herr Wahn-Schaffe aus einer mehrtägigen Anwesenheit in der Gegend von Zirke (Provinz Posen) den Schluß ziehen zu dürfen, daß die dortigen Dünen nicht, wie ich behauptete, von Ostwinden, sondern von Südwestwinden gebildet seien. Leider führt er nicht an, worauf sich diese Überzeugung stützt, sondern verweist auf eine demnächst erscheinende Begründung durch Herrn Jentzsch. Bis diese erschienen ist, muß ich die Frage auf sich beruhen lassen. Ich habe die Deutsche geologische Gesellschaft gebeten, zum Austrage dieses Streites einen Ausflug in ein märkisches Dünengebiet im Frühling auf ihr Programm zu setzen, und Herr Wahnschaffe war so liebenswürdig, mir seine Beteiligung an einem solchen Ausfluge zuzusagen. An dieser Stelle lasse ich deshalb die Dünenfrage vollständig unerörtert und wende mich nur der Frage der subglazialen Erosion zu.