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Parabeldünen.

Solger, Friedr[ich]

Kurzfassung

Seit ich vor drei Jahren die Ansicht aussprach, daß unsere norddeutschen Inlanddünen aus einer Zeit herrschender Ostwinde stammen, ist mir nur ein begründeter Einwurf zu Ohren gekommen, den in erster Linie P. Lehmann in Stettin vertreten hat. Er wies darauf hin, daß ganz ähnliche Bogenformen wie im Inlande auch an unseren Küsten vorkämen, daß sie dort aber von Westwinden erzeugt wären und sich noch heute bildeten. So schloß er denn, daß auch die inländischen Bogendünen rezent und das Werk von Westwinden wären. Dieser Einwurf veranlaßte mich zum näheren Studium jener bogenförmigen Küstendünen, die im Gegensatze zu den Barchanen dem Winde, von dem sie gebildet sind, die Innenseite ihres Bogens zukehren. Steenstrup hat diesen Dünen den Namen ,Parabeldunen" gegeben. Auch Sokolow erwähnt schon, daß Dünen von derartiger Form, aus Windmulden hervorgehend, an der Küste vorkämen, und Jentzsch führt sie unter den Namen ,konkave Sicheldünen" auf, ohne sie jedoch näher zu besprechen. Sind die Parabeldünen in der Literatur bisher auch wenig behandelt worden, so sind sie doch an unseren Küsten recht häufig. Vor allen Dingen muß man sie geradezu als Charakterform solcher Küstenstrecken ansehen, an denen eine alte Dünenflachküste heute von dem Meere angenagt und zurückgedrängt wird, eine Küstenform, der ich den Namen ,Dünensteilküste" geben möchte.