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Oolith und Stromatolith im norddeutschen Buntsandstein.

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

1. Über die Entstehung der Oolithe sind seit nahezu zweihundert Jahren die mannigfaltigsten Ansichten ausgesprochen worden, die sich auf mancherlei Beobachtungen, besonders aber auf theoretische Studien stützten. Es gewann wohl die Ansicht das Übergewicht, die in den Kalkkügelchen der Oolithe anorganische Niederschläge aus dem Meereswasser in der Nähe des Strandes erblickte. Neuerdings sind nun die Kalkkügelchen als phytogen gedeutet worden, als erzeugt durch die Lebenstätigkeit niedriger Pflanzen. Unter allen Oolithen sind es die Rogensteine im Buntsandstein Norddeutschlands, die den Anlaß zur Benennung dieses Kalksteintypus gegeben haben; das Vorkommen und die Verbreitung dieser Kalksteine ist allgemein bekannt, so daß darüber an dieser Stelle nichts gesagt zu werden braucht. 2. Mikroskopische Untersuchungen der Rogensteine sind bereits mehrfach ausgeführt, aber vielleicht nur zum Teil veröffentlicht worden. Aber sei es, daß das Material nicht in genügender Weise zur Verfügung gestanden hat, sei es, daß die Untersuchungen von einem unzutreffenden Gesichtspunkte aus ausgeführt wurden, es ergibt sich, daß über viele Erscheinungen des Aufbaues der Körner der Rogensteine bisher keine Mitteilungen veröffentlicht worden sind. Aus dem Aufbau der Körner ergibt sich die Art der Entstehung in unzweideutiger Weise, sobald man dabei außer den Oolithen auch die Stromatolithe berücksichtigt.