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Fossilfunde im Mittleren Muschelkalk bei Großheringen.

Naumann, Ernst

Kurzfassung

Im Sommer 1907 hatte ich Gelegenheit, an der Ilmmündung bei Großheringen einige Aufschlüsse im Mittleren Muschelkalk zu untersuchen. Die in diesen Profilen beobachteten Schichten erwiesen sich auch in solchen Lagen als fossilführend, die bisher für Thüringen als fossilfrei gegolten haben. Ich gebe deshalb im folgenden eine kurze Beschreibung dieser Aufschlüsse. I. Die Profile bei Unterneusulza. Der Weg von Unterneusulza nach Stenndorf führt mit sanfter Steigung über von Buschwald bedeckte Hänge des Mittleren Muschelkalkes; deren unterste, steile Böschungen bestehen aus Wellenkalk, an dessen Abtragung die Saale arbeitet. Auf dem genannten Wege liegen wenige Schritte voneinander entfernt zwei kleine Steinbrüche, in denen man früher Gips gebrochen hat. Am Abhang unter den Steinbrüchen stehen zu unterst die Schaumkalkbänke und die Orbicularis- Schichten des Unteren Muschelkalkes an. Darüber folgt zunächst ein sehr charakteristischer gelber Grenzkalk und dann eine etwa 15-20 m mächtige Folge von dolomitischen Kalken und Zellenkalken, die hier eine häufig wiederkehrende Einlagerung im Mittleren Muschelkalk bilden. Das Profil des östlichen Steinbruchs zeigt uns über dem Gipslager eine fossilführende Dolomitschicht, die höheren Schichten sind dagegen ungenügend aufgeschlossen.