Original paper

Profil der Lunzer Schichten in der Umgebung von Lunz.

Verloop, J. H.

Kurzfassung

Im Oktober des vorigen Jahres hatte ich Gelegenheit, in Lunz die triadische Schichtfolge kennen zu lernen, und erfreute mich dabei besonders der Führung des Herrn Bergverwalters J. Haberfelner. Hierdurch wurde mir die Begehung der Einzelprofile wesentlich erleichtert, und ich mochte auch an dieser Stelle genanntem Herrn meinen verbindlichsten Dank aussprechen. Da meines Wissens noch kein Gesamtprofil der Schichtenfolge von Lunz veröffentlicht worden ist, habe ich die Resultate meiner Untersuchung im schematischen Profil (Fig. 1) dargestellt. Die wichtigsten von mir aufgenommenen Detailprofile, welche ich der Aufstellung des schematischen Profiles zugrunde legte, befinden sich auf Blatt Gaming und Mariazell (1 : 75000) im Gebirge zwischen Göstling und dem Bolzenberge (nördlich von Lunz). Als Ergänzung gebe ich in Fig. 2 das Detail-Profil der von Herrn Haberfelner ausgebeuteten Fundstelle der Lunzer Pflanzen am Pramelreith-Berge. Das schematische Profil beginnt mit den obersten Partien der Reiflinger Kalke. Diese hellgelbgrauen bis blaugrauen Kalke sind dünnbankig, führen oft Silex und Muschelbänke mit Halobien. Nach oben werden diese Kalke begrenzt vom ersten Gliede der Lunzer Schichten, den Wenger- oder ,Aon-Schiefern"; diese bilden den unteren Teil der Reingrabener Schiefer und stellen einen Komplex dar von dunkelgrauen Mergeln und Schiefern, dunklen und hellen, oft bituminösen Kalken mit mehr oder weniger Dolomit- oder Kieselgehalt.