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Ursprung des Goldes in den Randkonglomeraten.

Voit, Friedrich W.

Kurzfassung

Über die Genese des Goldes in den Konglomeraten des Witwaterrandes sind seit der Entdeckung dieser einzigartigen Goldfelder verschiedene Theorien aufgestellt worden, die wir jetzt kurz als ,Theorie der Fossilen Seife", ,Präzipitationstheorie" und schließlich ,Die Theorie der nachträglichen Mineralisierung und Befruchtung der Konglomerate" bezeichnen können. Um 1900 schienen die Anschauungen so weit geklärt, daß die Transvaal Chamber of Mines in ihrem Jahresbericht für das Jahr 1902 die letztgenannte, also die ,Infiltrationstheorie", als die allgemein angenommene bezeichnete. Immerhin wurden von Zeit zu Zeit gewichtige Gründe gegen diese Theorie angeführt, und als Professor J. W. Gregory aus Glasgow 1905 den Rand besuchte, beschloß er, diese Streitfrage, wenn möglich, zu entscheiden. Er tat dies in der Art, daß er das enorme Grubenfeld in seiner ganzen Ausdehnung von West nach Ost befuhr, sich mit den leitenden Ingenieuren in Verbindung setzte und alle Tatsachen so gründlich studierte, wie es nur irgend möglich war. Seine Erfahrungen legte er in einem Vortrag nieder, den er (1906) vor der ,Institution of Mining and Metallurgy" hielt, und er kam dann zu dem Schlüsse, daß die goldführenden Konglomerate des Witwaterrand als ein altes Alluvialfeld oder kurz als ,Fossile Seifen" betrachtet; werden müßten. In den folgenden Diskussionen, die am 17. Oktober 1907 stattfanden, äußerten sich nun eine ganze Anzahl einflußreicher Gelehrter, und man kann wohl sagen, daß die Anhänger der ,Infiltrationstheorie" in der Mehrzahl waren. Bei allen diesen Erörterungen wurde die von Schenk, Penning, Stelzner, De Launay vertretene Präzipitationstheorie vollkommen vernachlässigt. Ich selbst habe mich nun während meines 5jährigen Aufenthaltes in Johannesburg eifrig mit diesem Problem beschäftigt und bin zu dem Resultat gekommen, daß nur die Prazipitationstheorie, wie sie auch von Stelzner-Bergeat vertreten wird, mit allen Tatsachen am besten übereinstimmt, und in folgendem seien meine Gründe hierfür niedergeleget.