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Oberer und mittlerer Dogger auf Corfu und in Epirus.

Renz, Carl

Kurzfassung

Die zurzeit von mir ausgeführte geologische Aufnahme der Insel Corfu und des ihr gegenüberliegenden türkischen Festlandes (Epirus) ergab die erhebliche Verbreitung von Lias und Dogger und in gleichem Maße eine Einschränkung der bisher auf den Karten hierfür eingezeichneten Kreide. An zahlreichen Aufschlüssen konnten Lias und Dogger auf Grund von paläontologischem Beweismaterial genauer horizontiert werden, namentlich haben der obere Lias und der untere Dogger (Zonen des Hildoceraa bifrons bis Harpoceras Murchisonae) reiche Ammonitenfaunen geliefert, während der mittlere Lias durch Brachiopoden der Aspasia-Fauna und die höheren Dogger-Partien durch Posidonien- und Aptychen-Schichten charakterisiert sind. Lokal wurde jetzt auch die Zone des Stephanoceras Humphriesianum, also die Bayeux-Stufe, paläontologisch nachgewiesen, und zwar an zwei Profilen: 1. Im Norden der dem Hafen von Corfu vorliegenden Insel Vido und 2. Auf der Pagania-Halbinsel an der epirotischen Küste. Besonders der letztere Aufschluß gibt einen klaren Überblick über die Schichten folge und die verschiedenen Fossillager. Auf der Westseite der Pagania-Halbinsel folgen von unten nach oben: 1. Weiße, dickgebankte Kalksteine des mittleren Lias in der gewöhnlichen Ausbildung des westlichen Griechenlands. Diese Kalke setzen einen großen Teil der Corfu gegenüberliegenden Gestade zusammen. In der Grenzschicht gegen den Oberlias (2), die auch petrographisch den Übergang vermittelt, finden sich Ammoniten-Durchschnitte und Belemniten.