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Das Nebengestein der St. Andreasberger Silbererzgänge und dessen Beziehungen zur Erzführung.

Bode, Arnold

Kurzfassung

Nachdem sich das Lossen-Beyrichsche Gliederungsschema auch für die Andreasberger Gesteine nicht mehr verwendbar erwiesen hat, mußte eine neue Untersuchung der Altersbeziehungen ausgehen von der schon vor mehr als 50 Jahren von Adolf Roemer festgestellten Tatsache, daß ein Teil dieser Schichten als oberes Unterdevon zu deuten sei. Neue Versteinerungsfunde, die der Gesellschaft vorgelegt wurden, aus dem Andreasberger Ganggebiet gaben dem Vortragenden die Gewißheit, daß dort außer den dem Oberkoblenz zu parallelisierenden Schichten auch noch solche auftreten, welche dem tiefsten Teile des Mitteldevon in Hochseefacies (= Wissenbacher Schiefer) gleichzustellen sind. Die über Tage beobachteten Gesteine wurden nun durch eine im Auftrage der Geologischen Landesanstalt ausgeführte sorgfältige geologische Untersuchung der Andreasberger Gruben auch unter Tage verfolgt und so für die einzelnen Gänge Schichtenprofile sowie für die Hauptstollen Grundrisse konstruiert, welche zusammenhängende Querschnitte durch die oben erwähnten und die sich nach dem Liegenden hin anschließenden Schichten lieferten und gleichzeitig über die komplizierte Tektonik des Ganggebietes Aufschluß gaben. In letzterer Hinsicht ist die Klarstellung des Andreasberger Schichtenprofils besonders wichtig für die Deutung der bereits so viel diskutierten sogenannten Ruscheln, jener das Ganggebiet durchsetzenden großen Dislokationen. Nimmt man mit Beushausen und Koch für die Siebergrauwacke culmisches Alter an - und daran ist wohl nicht zu zweifeln -, so ergibt sich nunmehr, daß an der Neufanger Ruschel eine Überschiebung des Unterdevons auf Culm von bedeutender Sprunghöhe stattgefunden hat.