Original paper

Zur Genesis der Braunkohlenlager der südlichen Provinz Sachsen.

Potonié, Henry

Kurzfassung

Die oligocäne Braunkohle des Revieres von Weißenfels, Zeitz, Meuselwitz bis Altenburg (übrigens auch diejenige Anhalts) ist zum Teil autochthon, zum großen Teil aber umgelagert worden und befindet sich an zweiter Lagerstätte (sekundäre Allochthonie, im Gegensatz zur primären Allochthonie, bei der noch nicht zu Humus gewordene Pflanzenteile verschwemmt wurden). Erstere ist besonders verbreitet im südöstlichen Teile des Revieres, letztere im nordwestlichen. Die autochthone Kohle ist, abgesehen von eventuell vorhandenen feinen Klüften, eine feste, ,knorpelige" Kohle, die mit vielen Harzstückchen und mit Harzpulver und überhaupt liptobiolithischem Material untermengt ist. Bei dem Transport hat eine mehr oder minder weitgehende Separation dieser beiden Bestandteile stattgefunden und dort, wo diese hinsichtlich der liptobiolithischen Bestandteile sehr weit gegangen ist, Pyropissitlager hervorgebracht. Eine Umlagerung der Kohle hat sogar noch zur Diluvialzeit stattgefunden, wie das Vorkommen von nordischen Feuersteinen inmitten des stark durch Eispressung aufgefalteten und mit Strudellöchern versehenen Kohlenlagers der Grube Emma bei Streckau beweist.