Original paper

Über den geologischen Aufbau des Untergrundes der Stadt Halle a. S.

Siegert

Kurzfassung

Die geologische Darstellung des Untergrundes einer größeren Stadt ist mit einiger Genauigkeit nur dann möglich, wenn im Laufe einer längeren Reihe von Jahren alle die zahlreichen gelegentlichen Aufschlüsse gesammelt werden. Nur bei besonders günstigen Gelegenheiten, wie bei Kanalisationen usw., ist es möglich, auch in verhältnismäßig kurzer Zeit ein einigermaßen richtiges Bild zu gewinnen. Die Stadt Halle a. S. ist in dieser Beziehung sehr begünstigt gewesen. Als Universitäts- und Oberbergamtsstadt hat es seit hundert Jahren ihr nie an eifrigen Beobachtern gefehlt, und wiederholt sind zusammenfassende und kartographische Darstellungen ihres Untergrundes gegeben worden. Bei der geologischen Aufnahme des Blattes Halle war daher ursprünglich geplant, ausschließlich dieses Material, zu dem noch verschiedene im Archiv der Kgl geol. Landesanstalt in Berlin befindliche Manuskriptkarten K. v. Fritschs kamen, für die Darstellung des Untergrundes zu verwenden. Infolge ausgedehnter Kanalisationsarbeiten in den letzten Jahren war es jedoch möglich, noch manche neue Beobachtung hinzuzufügen und manche Umdeutung älterer Beobachtungen, die auf Grund der Kartierung der weiteren Umgebung, insbesondere der Gegend westlich der Stadt (auf dem linken Saaleufer) nötig geworden war, nun auch im Stadtgebiete selbst durch direkte Beobachtung zu belegen Zwar war es mir nicht möglich, diese Kanalisationsarbeiten ununterbrochen zu verfolgen, doch konnte ich zahlreiche wichtigere Aufschlüsse besichtigen. Für die gesamten Kanalisationsstrecken aber standen mir sehr genaue Bodenprofile zur Verfugung, für deren gefällige Überlassung dem städtischen Tiefbauamte auch an dieser Stelle meinen ergebensten Dank auszusprechen mir eine angenehme Pflicht ist.