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II. Zur Tektonik der Zentralschweizerischen Kalkalpen.

Buxtorf, August

Kurzfassung

Vor und während der Exkursionen bot sich mir mehrfach Gelegenheit, die geologischen Verhältnisse der helvetischen Kalkalpen, speziell des Exkursionsgebietes, zu besprechen. Im folgenden möchte ich versuchen, das bei diesen Gelegenheiten Gesagte zusammenfassend darzustellen und an Hand Ton zwei Profiltafeln und einer geotektonischen Kartenskizze den Exkursionsteilnehmern nochmals das besuchte Gebiet und such die Deutung, die wir für diesen Gebirgsbau glauben annehmen zu müssen, vor Augen zu führen. Wenn ich in einigen Punkten heute eine etwas andere Auffassung vertrete als zur Zeit der Exkursionen, so bedarf dies kaum einer Entschuldigung. Es handelt sich dabei, wie später auszuführen sein wird, lediglich um ein Zurückkommen auf Fragen, die schon während der Exkursion gelegentlich aufgeworfen worden sind, und für die ich heute eine, wie mir scheint, befriedigende Lösung in Vorschlag bringen möchte. Die Annahme großer Überschiebungsdecken bildet nach wie vor den Ausgangspunkt und die Basis unserer Auffassung. Die beiden ersten Exkursionstage bewegten sich im Gebiete des Vierwaldstättersees, und zwar vornehmlich im Gebiet des Reußquertals zwischen Erstfeld und Brunnen. Die so überaus interessanten Verhältnisse, welche durch den tiefen Einschnitt der Reuß zwischen Windgälle und Rigi offen gelegt werden, haben von jeher die Geologen auf dieses Gebiet aufmerksam gemacht und eine reiche Literatur hervorgerufen. Wie kein zweites eignet sich daher gerade das Rigi-Windgällenprofll dazu, die Entwicklung der neuen tektonischen Auffassung der nordachweizerischen Alpen zu zeigen.