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Über den Aufbau des Böhmischen Mittelgebirges

Hibsch, J. E.

Kurzfassung

Das Böhmische Mittelgebirge ist wie ganz Nordböhmen in geologischer Beziehung kein unbekanntes Gebiet. Durch die Arbeiten von F. A. Reuss, Zippe, Aug. E. Reuss, Jokély, Boricky, Laube und vieler anderer wurde das Mittelgebirge als altvulkanisches Gebiet allgemein bekannt. Bereits vor fünfzig Jahren (1858) hat Jokély im Auftrag der K. K. geologischen Reichsanstalt unseren Landstrich in ausgezeichneter Weise kartiert. Als gegen Ende des verflossenen Jahrhunderts die Petrographie auf Grund neuer Untersuchungsmethoden große Erfolge errang, weil sie nicht mehr bloß das Gestein an sich betrachtete, sondern auch die geologischen Verhältnisse der Gesteine, die Art ihres Auftretens, ihr Entstehen, ihre Entwicklung und ihren Stoff berücksichtigte und alle diese Eigenschaften mit der Erscheinungsform in kausalen Zusammenhang brachte, da war der Zeitpunkt gekommen, eine erneute Untersuchung des altvulkanischen Mittelgebirges mit Anwendung der neuen Methoden und auf der Grundlage der modernen Anschauungen durchzuführen. Die Untersuchung konnte nur im Zusammenhange mit einer neuen Kartierung an der Hand der seit etwa 1880 vorhandenen topographischen Karte des K. u. K. milit.-geograph. Instituts im Maßstabe 1 : 25000 vorgenommen werden. Für die Untersuchung und für die Drucklegung der Karten stellte die ,Gesellschaft zur Forderung deutscher Wissenschaft, Kunst und Literatur in Böhmen" Beiträge zur Verfügung und so konnte 1892 endlich mit der neuen Arbeit begonnen werden. Bis zum heutigen Tage ist die Kartierung zum größeren Teile fertig. Sieben Blätter liegen gedruckt vor, zwei weitere sind aufgenommen, an den drei letzten wird noch gearbeitet. An die Kartierung schlössen sich andere Arbeiten an, namentlich in mineralogischer und chemischer Richtung. Besondere Aufmerksamkeit lenkten die Zeolithe des Gebietes auf sich.