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Neue Vorkommnisse von Pyroxengranulit und über dessen allgemeine Verbreitung.

Bergt, Walter

Kurzfassung

Für den Pyroxengranulit, der im Jahre 1802 mit einer kurzen Erwähnung Engelbrechts in die geologische Literatur eingeführt und 1826 von Pusch als ,körniger oder Trappweißstein oder Trappgranatgestein" vom ,gemeinen Weißstein" des sächsischen Granulitgebirges unterschieden wurde, war Sachsen lange Zeit der einzige Fundpunkt. In den letzten 25 Jahren sind aber so viele andere Vorkommnisse bekannt geworden, daß man jetzt sagen kann, der Pyroxengranulit (und das ihm zugehörige entsprechende Hornblendegestein, der Hornblendegranulit) ist über die ganze Erde verbreitet. Aus dem bayerisch-böhmischen Grenzgebirge, aus Mähren, Skandinavien, Finnland, Kola, von der Küste von Großbatanga in Westafrika, von Madagaskar, aus Argentinien, Canada u.a. O. haben wir Pyroxen- und Amphibolgranulit kennen gelernt. Auf Ceylon, besonders in Indien ist Pyroxengranulit außerordentlich verbreitet. In Indien kommt er, dort Charnockit genannt, nach Holland in Massen vor, die hunderte, in einem Falle fast 10000 englische Quadratmeilen (= 25900 qkm oder fast die doppelte Fläche des Königreichs Sachsen) bedecken und Höhen von 7-8000 Fuß erreichen. Soweit wir genauere Nachrichten haben, überall ist Pyroxengranulit petrographisch und geologisch einerseits mit normalen Granuliten oder granulitischen Mikroperthitgraniten andererseits mit Gabbrogesteinen (Gabbro, Gabbroamphibolit, Serpentin, Eklogit) verbunden, eine Tatsache, die für die Deutung der Stellung und Entstehung jenes Gesteins großen Wert besitzt. Den schon bekannten Vorkommnissen von Pyroxengranulit können hier einige neue hinzugefügt werden.