Original paper

Über einen neuen Kernbohrapparat für sonst nicht kernfähiges Gebirge.

Krusch, Paul

Kurzfassung

Auf einem Bohrturm der Niederländisch fiskalischen Bohrverwaltung lernte ich einen Kernbohrapparat kennen, welcher geeignet ist, von Schichten, die im allgemeinen als nicht kernfähig gelten, Kerne zu liefern. Jeder Geologe weiß, wie schwierig es ist, in den aus leicht zerstörbaren Gesteinen bestehenden jüngeren Formationen bei Tiefbohrungen nicht nur überhaupt bestimmbare Versteinerungen, sondern vor allen Dingen aus richtiger Tiefe zu erhalten. Im östlichen Holland und westlichen Norddeutschland besteht das Tertiär vom Hangenden zum Liegenden im allgemeinen, wenn es vollständig entwickelt ist, aus Pliocän, Miocän, Oligocän und Eocän. Von ihnen werden die marinen Ablagerungen des Miocäns, Oberoligocäns und Unteroligocäns von häufig nur schwachtonigen glaukonitischen Sanden oder von sehr sandigen glaukonitischen Tonen gebildet. Während zwischen dem Unter- und Oberoligocän der plastische Septarienton in größerer Mächtigkeit auftritt und ihre Trennung ermöglicht, liegt Miocän unmittelbar auf Oberoligocän; beide Formationen unterscheiden sich in petrographischer Beziehung in keiner Weise, so daß man lediglich auf die Fossilführung angewiesen ist. Bei dem gewöhnlichen Spül bohrverfahren zerstört das unter hohem Druck im Bohrloch wirkende Wasser die losen marinen Schichten der 3 genannten geologischen Formationen vollständig. Sie fließen über Tage als schwach toniger Sand aus. Die Versteinerungen werden zum großen Teil zerbrochen und pflegen, wie die Erfahrung lehrt - im allgemeinen allerdings aufsteigend - längere Zeit in dem Bohrloch zu tanzen, ehe sie an die Tagesoberfläche kommen.