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Beitrag zur Gliederung und zur Kenntnis der Entstehungsweise des Tertiärs im Rheinischen Schiefergebirge

Mordziol, C.

Kurzfassung

Die folgenden Ausführungen gelten lediglich den tertiären Quarzschottern, die unter den Tertiärbildungen im Inneren des Rheinischen Schiefergebirges eine Hauptrolle spielen. Die anderen tertiären Sedimente (hauptsächlich Tone, Tonsande und Braunkohlen) werden hier nicht behandelt. Die Durchführung einer Gliederung von allgemeiner Bedeutung und ein wesentlicher Beitrag zur Aufklärung der Entstehungsweise der tertiären Quarzschotter blieb Herrn Erich Kaiser in Gießen vorbehalten. Zwar hatte sich schon 1861 v. Decken für das mögliche Vorhandensein jüngerer Quarzschotter ausgesprochen, sich jedoch nur mit einem allgemeinen Hinweis begnügt. 1883 erkannte dann in der Tat Pohlig das pliocäne Alter der Quarzschotter von Duisdorf bei Bonn, wofür sich aber v. Decken und Schlüter nicht mit Sicherheit entscheiden konnten; noch weniger Laspeyres. Den Arbeiten E. Kaisers verdanken wir nun die Kenntnis einer allgemeinen Bedeutung jener Duisdorfer Schotter; sie wurden als selbständiger und durchgehender jüngster Tertiärhorizont im Schiefergebirge erkannt und zwischen Mosel und Niederrheinischer Bucht als Flußschotter, was hier besonders betont werden soll, erwiesen. Das Alter dieser ,Kieseloolithschotter" wurde als pliocän bezeichnet, dazu berechtigten namentlich die umfangreichen und verdienstvollen Untersuchungen von G. Fliegel im Gebiete der Niederrheinischen Bucht. Infolge des Zusammenhangs dieser Schotter mit den ebenfalls ,Kieseloolithe" führenden Dinotheriensanden des Mainzer Beckens und ihres Vorkommens in Form einer höchsten Terrasse auch im Rheintale zwischen Bingen und Koblenz trat ich dafür ein, der Stufe der Kieseloolithschotter im Schiefergebirge ein unterpliocänes Alter zuzuschreiben und sie zeitlich und genetisch der Eppelsheimer Stufe gleichzustellen.