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Zur Kenntnis syenitischer Gesteinsgänge des sächsischen Erzgebirges.

Fröbe, Curt

Kurzfassung

Einleitung. Ein Blick auf die von der Königlich Sächsischen geologischen Landesanstalt herausgegebenen kartographischen Aufnahmen des Erzgebirges läßt uns gewaltige, durch Erosion und Denudation angeschnittene und bloßgelegte Eruptivmassive granitischen und in untergeordnetem Maße auch syenitischen Materiales gewahren. Wie allenthalben machen wir auch hier die Beobachtung, daß im Bereiche solcher Massive, gewissermaßen als ihre Gefolgschaft, eine große Anzahl Gesteinsgänge auftritt, die die Massive selbst sowie den einhüllenden Schiefermantel durchbrechen. Diese Gänge zeigen sich oft nur durch isolierte, über die Erdoberfläche verstreute Blöcke an; dann und wann werden sie, eine Folge ihrer meist leichten Verwitterbarkeit, als das Nebengestein durchfurchende Vertiefungen angedeutet. Fast seiger einfallend, sind sie meist nur wenige Meter mächtig und hier von horizontal kurzer Erstreckung. ,Einen der interessantesten Eruptivgänge des Erzgebirges" nennt die geologische Landesuntersuchung (1, S. 54) den am rechten Gehänge des Zschopautales zwischen Scharfenstein und Wilischtal auftretenden Gang, interessant durch die überaus große Menge der verschiedenartigsten Einschlüsse. Da dieser Gang infolge der großen Ausdehnung des Steinbruches, in dem er aufgeschlossen ist, sich zurzeit sehr gut studieren läßt, machte mich Herr Dr. Gäbert, dem die geologische Revision der Sektion Zschopau-Grunhainichen oblag, auf ihn aufmerksam, und so gelangte ich dazu, das Gestein sowie die mannigfachen und eigenartigen Einschlüsse des Ganges einer eingebenden Untersuchung zu unterziehen. Infolge der sehr fortgeschrittenen Zersetzung mußte leider von einer chemischen Untersuchung Abstand genommen werden, so daß ich mich im wesentlichen auf die auf mikroskopischen Beobachtungen beruhende petrographische Beschreibung beschränken muß.