Original paper

Über den Gasausbruch im Tiefbohrloch Baumgarten bei Teschen in Österreichisch-Schlesien.

Michael, Richard

Kurzfassung

Vor einiger Zeit habe ich an dieser Stelle die interessanten Ergebnisse einer Tief bohrung in Batzdorf bei Bielitz in Österreichisch-Schlesien behandelt, welche nach Durchteufung von 420 m karpatischen Kreideschichten in zweifelloses Alttertiär geraten war. Durch diese Bohrung war ein Beweis für die Richtigkeit der hauptsächlich durch Uhlig vertretenen neueren Auffassung erbracht worden, daß auch am Nordrand der Karpaten mit großen Überschiebungen von karpatischen auf sudetische Ablagerungen zu rechnen sei. Das Batzdorfer Bohrloch hatte leider nicht weiter vertieft werden können, weil starke Gasausbrüche jedes weitere Bohren unmöglich machten. Bereits in den oberen Schichten des Alttertiärs hatten sich geringere Gasausbrüche gezeigt; bei 792 m Teufe erfolgte dann ein starker Ausbruch von etwa 7 cbm in der Minute. Die Menge blieb ungefähr einen Monat konstant, ging darauf auf 6 cbm zurück, weil beim weiteren Verrohren des Bohrlochs von den Bohrlochswänden losgelöste tonige Trümmer mit den Rohren nach der Bohrlochssohle zu gedrückt wurden und an manchen Stellen so das Bohrloch verstopften. Solche Verstopfungen bestanden bei 528 und 627 m Teufe, kannten aber ebenso wie die an der Sohle des Bohrlochs entstandenen leicht beseitigt werden. Es gelang trotz stärkeren Ausströmens der Gase die Bohrung noch bis auf 800 m zu vertiefen; weiteres Vordringen war nicht möglich, weil durch heftigere Gasausbrüche das Spülwasser hochgetrieben wurde. Am 11. Oktober 1907 wurden 26,38 cbm Gas gemessen, am 14. Oktober 21 cbm, am 3. November noch über 11 cbm. Der Rückgang ist durch wieder eingetretene Verstopfungen beim Einsturz der Bohrlochswände zu erklären.