Original paper

Über Oolithe und Riffkalke.

Philippi, Emil

Kurzfassung

Herr K. Andkée schreibt in einer brieflichen Mitteilung ,über den Rogenstein des Buntsandsteins und über Oolithe": ,Die einzelnen Oolithkörner dürften sich freischwebend gebildet haben, und das Gestein war zunächst ein Oolithsand, aber nicht ,in festen Bänken" (E. Philippi: a.a.O. S. 437), denn die Oolithe sind geschichtet und zeigen häufig, meist zwar erst durch Anwitterung hervortretend, diskordante Parallelstruktur." Ich fürchte, daß Herr Andrée meine Ansicht mißverstanden hat. An der von ihm zitierten Stelle habe ich die Anschauung von Linck akzeptiert; nach diesem Forscher sind aber die Oolithkörner chemische Ausscheidungen aus dem Meerwasser, die sich wahrscheinlich freischwebend bildeten. Die so gebildeten Oolithkörner sanken später zu Boden bzw. wurden von der Brandung gegen den Strand geworfen und häuften sich zu Oolithsand an. Ich fragte nun weiter, ob der die einzelnen Oolithkörner verbindende Zement ebenfalls eine chemische Ausscheidung aus dem Meerwasser sei; war dies der Fall, so erhärtete sicher der ursprünglich lockere Oolithsand sehr rasch zu einem festen Gestein. Auch diese Frage habe ich im allgemeinen nicht so positiv beantwortet, wie dies nach Herrn Andrées Äußerung erscheinen könnte, denn ich schreibe: ,Ob allerdings der die Oolithkörner verbindende, in vielen Fällen kalkige Zement ebenfalls zum Teil eine chemische Abscheidung ist und ob die Oolithe sich am Meeresboden als feste Bänke bildeten, bedarf noch weiterer Untersuchung." Allerdings möchte ich für einen Oolith, nämlich den Schaumkalk, eine rapide Erhärtung annehmen, weil seine Oberfläche scharf ausgeprägte Kriech- und Schleppspuren zeigt und Crinoiden zur Anheftung mit kegelförmiger Wurzel gedient hat.