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Die Tektonik der östlichen Lahnmulde.

Ahlburg, Joh.

Kurzfassung

Die letztjährigen Aufnahmearbeiten im Lahntale bei Wetzlar haben einige überraschende Ergebnisse über den Aufbau dieses Teiles des Rheinischen Schiefergebirges ergeben, und wenn auch das Gesamtbild jener Gegend heute noch ein recht lückenhaftes und unfertiges ist, so dürfte es doch von Interesse sein, einige der gemachten Beobachtungen bereits mitzuteilen. Bezüglich der in Frage kommenden Veröffentlichungen aus der näheren und weiteren Umgebung verweise ich der Kürze halber auf die betreffende Literatur. Es sei nur bemerkt, daß Anfang dieses Jahres die Spezialaufnahme des nördlich an die östliche Lahnmulde anschließenden Gebietes, der Dillmulde, auf Grund der Aufnahmen von E. Kayser und z. T. von Lotz veröffentlicht worden ist. Da diese Aufnahmen bereits einen Teil der östlichen Lahnmulde mitumfassen, liegen für dieses Gebiet bereits wichtige Veröffentlichungen von E. Kayser vor. Im übrigen beschränkt sich die neuere Literatur über die Tektonik unseres Gebietes auf einige gelegentliche Mitteilungen Holzapfels. Die Aufnahmen der Dillmulde beanspruchen hier noch um deswillen ein besonderes Interesse, weil durch E. Kayser der Nachweis erbracht wurde, daß Lahn- und Dillmulde, beide aus Faltenzügen mittel- und oberdevonischer sowie culmischer Gesteine aufgebaut, durch einen mehrere Kilometer breiten Grauwackensattel getrennt werden, dem der genannte Autor wegen der Ähnlichkeit der Gesteine mit gewissen silurischen Schichten des Kellerwaldes silurisches Alter zuschreibt. Dieser Silurrücken bildet vom Ostrande des Gebirges bis an das Westerwaldplateau die nordwestliche Begrenzung des uns hier interessierenden Gebietes, während die südöstliche Begrenzung das Unterdevon des Taunusvorlandes darstellt. Die Altersfolge der Schichten in dem soeben umschriebenen Teile der Lahnmulde ist nach den bisherigen Feststellungen kurz folgende: