Original paper

Unsere Kenntnis der pliocänen Flußschotter (Kieseloolithschotter) im Rheintale zwischen Bingen und Koblenz.

Mordziol, C.

Kurzfassung

Die folgenden Mitteilungen sind veranlaßt durch die Angaben des Herrn Professor Dr. Obstreich in Utrecht über die pliocänen Flußschottcr zwischen Bingen und Koblenz, enthalten in Oestreichs Aufsatz: ,Studien über die Oberflächengestalt des Rheinischen Schiefergebirges" (Petermanns Geogr. Mitteil. 1908, Heft IV, S. 73-78). In einer kleinen Mitteilung wurde von mir auf die 1906 beobachtete Tatsache aufmerksam gemacht, daß in den durch ihre Säugetierfauna berühmt gewordenen Dinotheriensanden des Mainzer Beckens ,Kieseloolithe" und eine Reihe von ,Begleitgeschieben" als sehr charakteristische Leitgesteine vorkommen, und die vollständig mit den Leitgeschieben jener Flußablagerungen übereinstimmen, die E. Kaiser als ,Kieseloolithschotter" im Rheingebiet zwischen Mosel und Niederrheinischer Bucht ausgeschieden hatte. Über einen pliocänen Rheindurchbruch bei Bingen hatte sich E.Kaiser (,Plioc.Quarzschotter usw." S. 86) dahin geäußert, daß der Nachweis der Kieseloolithgesteine in den Dinotheriensanden des Mainzer Beckens die Vermutung nahe lege, ,daß der Rheindurchbruch schon bestanden habe, und daß ein alter Rheinlauf, dem der heutige noch ungefähr folgt, diese Geschiebe herbeigeführt habe". Daneben wird noch der Annahme Ausdruck gegeben, daß auch die Kieseloolithschotter am Niederrhein nur allein durch eine pliocäne Mosel transportiert sein könnten. Auf einen ,pliocänen Rhein" weist auch die folgende Bemerkung G. Fliegels hin: ,Die über das Gefälle der Kieseloolithschotter mitgeteilten Zahlen, dazu die große Verbreitung von Bildungen gleichen petrographischen Charakters rheinaufwärts bis Koblenz und darüber hinaus lassen einen Zweifel an dem Süd - Nord - Transport des Materials kaum noch zu."