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Pyroxengranulit im Plansker Gebirge in Südböhmen.

Bergt, Walter

Kurzfassung

An anderer Stelle habe ich vor kurzem daraufhingewiesen, daß Pyroxengranulit im böhmischen ,Urgebirgswürfel" nicht auf das sächsische Granulitgebirge beschränkt ist, daß ihm, obgleich die Angaben über sein Auftreten außerhalb des sächsischen Teiles bisher noch sehr dürftig waren und wenig beachtet und gewürdigt worden sind, sicher eine allgemeine Verbreitung. Im Bereich der hierhergehörigen bayerischen, böhmischen, niederösterreichischen und mährischen Gebiete zukommt, viel größer, als man Anzunehmen geneigt war. Meine dahingehenden Untersuchungen in Südböhmen übertrafen weit die Erwartungen. Westlich von Budweis liegen im Gheisgebiete des südöstlichen Böhmer Waldes drei voneinander getrennte Granulitmassen. Die östliche, das sog. Plansker Gebirge, ist die größte; westlich davon erstrecken sich die beiden kleineren, das Prachatitzer und das Christianberger Granulitgebiet. Alle drei Gebiete besitzen ungefähr elliptische Umgrenzung. Das Plansker Gebirge hat, wenn man den keilförmigen Vorsprung nach SW in den Gneis abrechnet, eine SO-NW gerichtete große Achse von 18 km Länge, eine kleine von 11 km. Die Achsen der unregelmäßigen Prachatitzer Granulitlinse messen, denen der ersten gleich gerichtet, 10 und 7 km. Und die kleinste Ellipse von Christianberg:, O.-W gestreckt, hat 7 und 4 km lange Achsen. Zum Vergleich hierzu weist die SW-NO verlaufende sächsische Granulitellipse Achsen von 50 und 18 km Länge auf. Die petrographische Zusammensetzung der drei böhmischen Granulitgebiete ist wesentlich die gleiche wie die des sächsischen. Granulite mit Granat, Cyanit, Sillimanit, Biotit bilden das Hauptgestein.