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Die Diadematoiden des württembergischen Lias.

Tornquist, Alexander

Kurzfassung

A. Einleitung. Die Beschäftigung mit fossilen Echiniden hatte bei mir in den letzten Jahren die Überzeugung erweckt, daß die genaue Kenntnis speziell der im Lias gefundenen, außerhalb der Cidariden stehenden Echiniden einen besonderen Wert für die Beurteilung der Abstammungsverhältnisse der im Jura plötzlich in großer Menge auftretenden Diadematoiden besitzen muß. Kann dieses in demselben Maße allerdings auch von den triadischen Echiniden angenommen werden, so versprach doch zunächst das genauere Studium der viel zahlreicher gefundenen und z. T. nach neueren echinologischen Gesichtspunkten ganz ungenügend durchforschten Lias-Echiniden besonderen Erfolg und einen nennenswerten Fortschritt uuserer Kenntnisse von der stammesgeschichtlichen Evolution der späteren regulären Echiniden. Während unterdessen die französischen Lias-Echiniden durch Lambert eine Neubearbeitung erfahren hatten, sind wir speziell über die süddeutschen Lias-Echiniden außerordentlich wenig orientiert geblieben. Quenstedt hat alle die Diadematoiden noch in die Gattung Cidaris eingereiht, und auch bei den neueren Autoren finden wir keine Änderung hierin und keinerlei Versuch, die umfangreiche ausländische Literatur, welche seit Cotteau ganz neue Bahnen eingeschlagen hatte, zu berücksichtigen und die morphologischen Eigentümlichkeiten zu bewerten. Nur die norddeutschen Lias-Echiniden sind im Jahre 1872 durch Dames nach neueren Gesichtspunkten untersucht worden; dabei haben die Arten ihre dem damaligen Stande der Echinologie entsprechende generische Stellung erhalten.