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Die vulkanische Kraft und die radioaktiven Vorgänge in der Erde.

von Wolff, Ferdinant

Kurzfassung

Die bekannte ,Stübelsche Vulkantheorie" hat vor anderen Theorien unstreitig das eine voraus, daß sie imstande ist, die mannigfaltigen mit dem Vulkanismus zusammenhängenden Erscheinungen in der oberflächlichen Erdkruste von einheitlichen Gesichtspunkten aus zu erklären und außerdem eine Reihe von Widersprüchen zwischen den Ergebnissen geologischer und astronomischer Forschung zu überbrücken. Man hat lange Zeit dem vulkanischen Magma jede aktive Beteiligung an den dynamischen Vorgängen an der Erdoberfläche vollkommen abgesprochen und ist damit entschieden zu weit gegangen. Im Gegensatz hierzu suchte Stübel die Ursachen einer volkanischen Eruption aus dem physikalischen Verhalten des Magmas selbst herzuleiten. Er formulierte den Begriff der vulkanischen Kraft als eine Energieerzeugung durch den Erkaltungsprozeß, die die vulkanische Eruption nach sich zieht, Seine Theorie hat sich als sehr fruchtbar erwiesen und würde noch weit mehr anerkannt werden, wenn die Voraussetzungen, unter denen eine derartige Energieerzeugung erwartet werden kann, ein wandsfrei festständen. Der Gedanke an eine dem Magma innewohnende vulkanische Kraft ist nicht neu. Schon vor Stübel hat ihn C. Fr. Naumann) und besonders von Richthofen ausgesprochen. Letzterer sagt: ,Die Vorgänge unter der Erdrinde können nicht bloß in einer fortdauernden Kontraktion bestehen. Zahlreiche Tatsachen nötigen zu der Annahme, daß es Vorgänge gibt, welche der allgemeinen Volumenverminderung entgegenwirken, und daß dieselben Prozesse dahin streben, eine allmähliche Ansammlung von Spannkraft nach außen unter der Erdrinde zu erzeugen. Die aufmerksame Betrachtung der verschiedenartigen Erscheinungen des Vulkanismus führt in der Tat mit zwingender Notwendigkeit zu der Annahme, daß mit der langsamen und vollkommenen Krystallisation zähflüssiger Silikate unter der festen Erdrinde eine Volumenvermehrung verbunden ist."