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Das Alter der Kreidesandsteine Westfalens.

Stille, Hans

Kurzfassung

Die Gliederung der Unteren Kreide in dem altbekannten Profile von Altenbeken am Egge-Gebirge (südlicher Teutoburger Wald), über das Cl. Schlüter die erste sichere Nachricht an der Hand der bei Anlage des Altenbekener Tunnels geschaffenen Aufschlüsse gebracht hat, ist folgende: (Geringmächtige Tone mit Hoplites auritus Sow.) Oberes Albien Flammenmergel, zu oberst übergehend in glaukonitischen Sandstein Oberes Albien Roter Gaultsandstein Oberes Albien Grünsand = Unteres Albien + Aptien z. T. Weißer Neocomsandstein = Neocom einschl. Aptien z. T. Der 3-4 m mächtige Grünsand zwischen Neocom- und Gaultsandstein, der bisher ausschließlich aus dem Altenbekener Tunnel beschrieben worden ist und in den Jahren 1905 und 1906 anläßlich der Wiederherstellungsarbeiten des Tunnels nach dem im Sommer 1905 erfolgten Firsteinbruche der Beobachtung wieder zugänglich war, enthält im tieferen Teile Acanthoceras Martini D'orb. des Aptien, im höheren Teile Acanthoceras Milleti D'orb. des Unteren Albien. Nun erhielt ich aus dem weißen Neocomsandsteine von Neuenheerse südlich Altenbeken Hoplites Weissi Neum. u. Uhl. in einem ausgezeichnet erhaltenen Exemplare, und es ist somit das Aptien nur zum Teil in dem Grünsande, zum Teil aber auch in dem Neocomsandstein vertreten. Formen des Hauterivien (Simbirskites Decheni Roem.) sind aus dem Neocomsandstein der südlichen Egge schon länger bekannt, noch nicht aber solche des Valanginien, die wir bisher nur vom nördlichen Teutoburger Walde (Osning) kennen; es hat damit den Anschein, daß das transgredierende Neocom der Egge erst mit dem. Hauterivien beginnt, während am Osning, d.h. im Gebiete konkordanter Lagerung des Neocoms über Wealden, das Valanginien vorhanden ist, und die ,Neocom"-Transgression somit am Egge-Gebirge, wie vielerorts inner- und außerhalb Mitteldeutschlands, eine solche des Hauterivien wäre.