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Die geologischen Verhältnisse der Oberlausitz zwischen Görlitz, Weißenberg und Niesky.

Pietzsch, Kurt

Kurzfassung

Einleitung. Durch den ganzen nördlichen Teil des Königreichs Sachsen, also auch durch die gesamte sächsische Lausitz, läßt sich von Westen her bis in die Gegend von Weißenberg in der Oberlausitz eine Zone von altpaläozoischen Grauwacken verfolgen, die z. T. in den Kontaktbereich des Lausitzer Granites fällt. Überschreitet man in der Oberlausitz die sächsisch-preußische Grenze, so bietet sich auf einem relativ schmalen Streifen, etwa von Königswartha an bis in die Görlitzer Gegend, eine viel mannigfaltigere Ausbildung dieser Grauwackenformation dar als innerhalb deren ganzen sächsischen Anteils, wo sie auf große Strecken äußerst einförmig aufgebaut und von Fossilien vollkommen frei ist. Da dieses Oberlausitzer Grauwackengebiet zwischen Spree und Neiße infolge der hier ausgesprochenen Gliederung seines Altpalaeozoicums in mehrere Formationen und Stufen für die richtige Beurteilung auch des westlicheren Abschnittes der ,nordsächsischen Grauwackenformation" wichtige Aufschlüsse zu geben versprach, hatten die sächsischen Geologen von jeher besonderes Interesse für eine exakte Bearbeitung dieses Areales, welches politisch zwar nicht mehr zum Königreich Sachsen gehört, allen seinen geologischen Verhältnissen nach aber aufs engste mit ihm verknüpft ist. Aus diesem Grunde unternahm der Mitarbeiter der Kgl. Sächs. Geolog. Landesanstalt, Herr Prof. Weise-Plauen, im Jahre 1891 eine Reihe von Orientierungsbegehungen zwischen Görlitz und Weißenberg und lieferte dann die von ihm seinen Exkursionen zugrunde gelegten und hierbei mit skizzenhaften geologischen Eintragungen versehenen Karten bei der Direktion der genannten Anstalt ein. Da sich Herr Prof. Weise infolge anderer Arbeiten weiterhin nicht mit der spezielleren Verfolgung seiner vorläufigen Resultate befassen konnte, dieses aber für die Beurteilung der dortigen geologischen Verhältnisse und die der anliegenden sächsischen Areale von Wichtigkeit erschien, beschloß ich im Jahre 1906, mich der Bearbeitung dieses Oberlausitzer Grauwackenareales zu unterziehen, für welchen Zweck mir Herr Geheimer Rat Professor Dr. Credner im Einverständnis mit Herrn Professor Weise die oben erwähnten Kartenskizzen überließ.