Original paper

Über Schichtenfolge und Fossilien von Laverda in der Marostica (Venetien).

Oppenheim, Paul

Kurzfassung

Das Studium des venetianischen Tertiärs und seiner Faunen hat in letzter Zeit mehr als früher die italienischen Geologen und zumal die jüngeren unter ihnen beschäftigt; es ist nicht unmöglich, daß der Mahnruf Taramellis, welchen ich vor Jahren an anderer Stelle eingehender zu würdigen Gelegenheit hatte, nicht ganz unschuldig ist an dieser Veränderung der Verhältnisse, welche man, von welchem Standpunkte aus man auch immer die Dinge betrachtet, wohl als eine erfreuliche anzusehen vermag. In einer Periode vielfacher Spannung, wie wir sie jetzt durchleben, mag es vielleicht vorsichtiger und für die Persönlichkeit des Autors angenehmer sein, einer Kritik dieser in gewissem Sinne nationalen Arbeiten aus dem Wege zu geben, andererseits sind die Fäden der Wissenschaft so vielfach verschlungen, daß es selbst bei dem besten Willen hier nicht möglich ist, nach politischen Grenzen zu scheiden und die Wissenschaft jedes einzelnen Gebietes ihre eigenen Wege gehen zu lassen. Und so sind es denn auch nicht mehr oder weniger opportunistische Bedenken von der Art der oben angedeuteten, welche mich in den letzten Jahren zu einer gewissen Passivität einer Reihe von literarischen Erscheinungen gegenüber veranlaßten, sondern allerlei persönliche Verhältnisse, welche meine wissenschaftliche Tätigkeit stark beschränkten. Nachdem diese teilweise gehoben sind, gibt mir ein vor kurzem erschienener ,Revisione della fauna oligocenica di Laverda nel Vicentino" betitelter Aufsatz des Herrn G. Canestrelli die willkommene Gelegenheit, mich über eine Reihe von Punkten zu äußern, über welche ich mit dem Autor nicht übereinzustimmen vermag, und welche ich nicht ohne Widerspruch in die Fachliteratur hinausgehen lassen möchte;