Original paper

Interglaziale, paludinenfübrende Ablagerungen von Phöben bei Werder (Mark).

Soenderop, F.; Menzel, H.

Kurzfassung

Herr F. Soenderop legte Schädel mit Geweih eines Riesenhirsches vor, der bei den Abräumungsarbeiten einer durch Herrn Ziegeleibesitzer Dietrich, Ketzin, angelegten Tongrube aufgefunden wurde. Diese Tongrube liegt im Havelalluvium, in den Kietzwiesen nordwestlich Phöben und ist zurzeit auf etwa 9 m abgeteuft. Man beobachtet dort unter einer etwa 0,5 m mächtigen humosen Sanddecke meist 1 m mächtige, eisenschüssige, kalkarme Sande. Diese sind durch die geologische Spezialaufnahme dem Alluvium zugewiesen. Darunter folgen stellenweis bis zu 3 m mächtige, diskordant geschichtete, kiesige Sande, in denen häufig große bis zu 1 cbm haltende Blöcke und Lagen von größeren Geschieben auftreten. Diese Geschiebesande gehen am Nordstoß der Grube in gut ausgebildeten, 1 m und darüber mächtigen Geschiebemergel über. Sowohl der Geschiebemergel wie auch der Geschiebesand sind stellenweis reich an Conchylien (Valvaten, Bithynien und Unionen). An der Basis der Geschiebesande treten mehrfach Lagen von Braunkohlengeröllen mit Bernsteinstücken auf. Unter den Geschiebesanden und dem Geschiebemergel, die als äquivalente Bildungen anzusehen sind, folgt eine Schichtengruppe, die zwischeneiszeitlichen Charakter trägt. An der Südwand der Grube liegen unter dem Geschiebesand 4 m mächtige grobe Sande, die reichlich Faulschlamm und Vivianit führen und von festen Conchylienbänken (hauptsächlich Unionen und Paludinen) durchsetzt sind. In dieser Schicht wurden der vorgelegte Schädel des Cervus euryceros sowie 2 fast vollständige Skelette wahrscheinlich derselben Art in situ gefunden. Außerdem hatte der Vortragende noch einzelne Knochen von Rhinoceros, Equus, Elephas und Hecht dieser Schicht entnehmen können, in der sich auch Pflanzenreste, insbesondere Potamogeton und Chara-Früchte nachweisen ließen. Die Bestimmung der Wirbeltiere ist durch Herrn Landesgeologen Prof. Dr. Schroeder erfolgt.