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Über Anorthosit im Granulitgebiet des Plansker Gebirges in Südböhmen.

Bergt, W.

Kurzfassung

Westlich von Budweis liegen im Gneisgebiete des südöstlichen Böhmer Waldes die drei voneinander getrennten, aber eng benachbarten Granulitmassen des Plansker Gebirges (auch Krumauer Granulitgebiet genannt), des Prachatitzer und des Christianberger Gebietes. Soviel bisher bekannt war, stimmten sie untereinander und mit dem sächsischen Granulitgebirge in den folgenden Punkten überein. Sie besitzen alle ungefähr eine elliptische Oberflächenbegrenzung; normaler und Glimmergranulit in mannigfaltiger mineralogischer und struktureller Ausbildung ist das Hauptgestein; Serpentin spielt allenthalben eine große Rolle, und die geschlossene Masse des Granulits wird von dunklen Hornblende- und Augitgesteinen gern kranzartig umgeben. Dagegen bestanden zwei wesentliche Unterschiede in der Zusammensetzung. Einmal waren die in Sachsen so reichlich auftretenden, mit dem hellen Granulit innigst verbundenen Pyroxengranulite in den sudböhmischen Gebieten lange Zeit unbekannt. Sie wurden erst 1884 durch J. Lehmann und 1897 durch Barvir in einzelnen untergeordneten Vorkommnissen entdeckt. Zweitens fehlte der Gabbro, dessen körnigen, flasrigen und amphibolitischen Ausbildungen in Sachsen die dunkeln Randgesteine angehören, in Südböhmen ganz. Die dunkeln Gesteine der gerade hier sehr ausgedehnten Randzonen wurden Hornblendegesteine, Amphibolit und Hornblendeschiefer genannt.