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Die Exkursionen der Deutschen geologischen Gesellschaft in die Erzgebirgische Provinz Sachsens und in das Böhmische Mittelgebirge im August 1908.

Credner, Herm.

Kurzfassung

A. Bericht über die Exkursionen vor der allgemeinen Versammlung in Dresden. Wie vor nun 34 Jahren, im September 1874; so versammelten sich, diesmal am 2. August, 30 Mitglieder der Deutschen geologischen Gesellschaft in Leipzig, um vor deren 53. in Dresden stattfindender Tagung in 31/2 tägiger Exkursion unter Führung von Dr. Herm. Credner einige besonders interessante Teile des Sächsischen Granulitgebirges und seines Vorlandes zu durchwandern. Diese Touren galten: 1. dem weiten Deckenerguß von Pyroxenquarzporphyr, welcher sich von Grimma-Dornreichenbach-Schildau aus nach Westen zu bis in die Gegend von Leipzig ausdehnt und von einigen Zügen von Pyroxengranitporphyr durchsetzt wird, freilich weithin von Ablagerungen des nordischen Glazialdiluviums bedeckt ist; 2. dem Kontakthofe an der nordwestlichen Flanke des Sächsischen Granulitlakkolithen, und zwar auf der Strecke Rochlitz-Wechselburg, nebst dem auf ihn übergreifenden Mittelrotliegenden, dem der Porphyrtuff des Rochlitzer Berges eingeschaltet ist; 3. dem Nordwestflügel des Granulitlakkolithen nebst der in ihn eingreifenden Zunge von Lunzenauer Cordieritgneis, begleitet vom Flasergabbro und Bronzitserpentin der Höllmühle; 4. dem nördlichen Teile des Granulitlakkolithen bei Waldheim mit mehr oder weniger ebenplattigen Granuliten, granitisch körnigem Sillimanitgranulit, Prismatingranulit und Korundgranulit, mehreren Serpentinlagern und Lentikulärmassen von Pyroxenamphibolit nebst Gängen von Pegmatit und feinkörnigem Biotitgranit.