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B. Bericht über die Exkursionen an den Versammlungstagen.

Kalkowsky, Ernst

Kurzfassung

Die Exkursion am 6. August sollte auf dem Wege durch den Plauenschen Grund und über die Höhen nordwestlich von ihm einen Überblick über den Aufbau der ungleichseitigen Grabenverwerfung des Elbtales bei Dresden gewähren. Vom Bismarckplatz aus gelangt man beim Bergkeller zu einer Grube im hochliegenden Weißeritz-Schotter mit Geröllen aus dem Erzgebirge. Von hier aus führt die Münchener Straße nach der Vorstadt Plauen, wo man zum Weißeritztal kurz vor den Ratssteinbrüchen im Syenit hinabgeht. Von der Straße aus sieht man jenseits der Weißeritz in diesen Brüchen in einem beständig frischen, großartigen Aufschluß den cenomanen Pläner, stellenweise von Grundkonglomerat unterteuft und schwach nach Nordost einfallend; das Profil zeigt die Transgression des cenomanen Meeres über das Festland. In den Ratssteinbrüchen lassen sich gelegentlich Kersantitgänge beobachten. Zwischen diesem Punkt und dem talaufwärts bald erreichten Bahnhof Dresden-Plauen liegt die noch jetzt engste Stelle des Tales der Weißeritz, das unzweifelhaft ein reines, junges Erosionstal ist, mit dessen Entstehung sicherlich die beiden Gänge von Glimmer-Melaphyr am Bahnhof Dresden-Plauen nichts zu tun haben. Die beiden Gänge oder Stücke eines Gangnetzes sind in der Literatur hoch berühmt; an einigen vierzig Stellen sind sie erwähnt und beschrieben worden, und nachdem ihr Verschwinden bei Erweiterungsbauten des Bahnhofs schon angezeigt und ihnen ein Nekrolog gewidmet worden war, sind sie heute ebenso gut zu beobachten wie jemals: irgend etwas Besonderes aber stellen sie in der Tat für den heutigen Geologen gar nicht vor.