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II. Bericht über die Exkursion in das Böhmische Mittelgebirge.

Hibsch, J. E.

Kurzfassung

I. Tag. von Teplitz zum Donnersberge (Milleschauer). Dorf Milleschau. Durchs Wopparner Tal zur Elbe. Elbtal von Lichtowitz bis Aussig. Die Exkursionen im Böhmischen Mittelgebirge verfolgten den Zweck, im Anschluß an die Erzgebirgsexkursionen einen allgemeinen Überblick über den geologischen Aufbau des Gebietes zu geben. Der erste Tag führte in den westlichen Teil des Gebietes, wo die miocänen Braunkohlengebilde sich an die älteren oligocänen Gebietsteile anlegen. Auch zeigte die Exkursion die Auflösung des vulkanischen Gebietes im Südwestteile in zahlreiche einzelne Kegel und das Verhältnis des Mittelgebirges zu der südlich angrenzenden Kreide-Landschaft. Um 7 Uhr morgens fuhr man vom Marktplatze in Teplitz-Schönau zwischen den Porphyrhügeln, welche die Stadt südlich und östlich begrenzen, bis an das Ende der Prager Straße. Hier wurden die Wagen für einige Zeit verlassen, um den Sandberg zu besteigen. Der Sandberg besteht aus Quarzporphyr, durchsetzt von Granitporphyrgängen. Er bildet die südöstliche Ecke des großen permischen Gangstockes von Quarzporphyr, welcher das Erzgebirge durchquert, aus diesem Gebirge nach Süden vortritt, unter der Bedeckung von Kreide- und Tertiär-Sedimenten bei Teplitz wieder emportaucht und hier sein südliches Ende erreicht. In den Spalten dieses Quarzporphyrs zirkulieren die Thermalwasser von Teplitz-Schönau. Im Süden wird der Sandberg von Kreide-Sedimenten umgeben, welche aus cenomanen Porphyrgeröllen, Konglomeraten, Sandsteinen und Hornstein, ferner aus oberturonen Mergeln bestehen. Die cenomanen Ablagerungen sind nur wenig mächtig, einige Zentimeter bis 1,75 m, die oberturonen Mergel hingegen erreichen die Mächtigkeit von rund 200 m. Letztere gliedern sich in kalkärmere Mergel der Stufe des Inoceramus Cuvieri und in kalkreichere der Stufe des Scaphites Geinitzi und Spondylus spinosus. Nur die Mergel der oberen Cuvieri-Stufe treten am Südfuße des Sandberges bei rund 215 m Meereshöhe zutage. Wenn man am Gehänge des Sandberges emporsteigt, so trifft man bei 220-240 m Seehöhe die cenomanen Konglomerate an, die aus Porphyrgeröllen mit einem Kitt von Hornstein bestehen. Die älteren cenomanen Ablagerungen befinden sich darnach noch in höherem Niveau als die jüngeren Sedimente des Oberturon (,Klippen-Facies"). Auf der Höhe des Sandberges wird der Quarzporphyrkörper von einem an 120 m mächtigen, NW streichenden Gange von Granitporphyr durchsetzt, welcher infolge von Verwitterung in einen grobkörnigen Grus aufgelöst ist. Der Grus wird zur Wegbeschotterung seit langen Jahren gewonnen. Dadurch ist an Stelle des Ganges jetzt ein an 100 m breiter Graben getreten, der von steilen Porphyrwänden beiderseits