Original paper

Inoceramus problematicus V. Schloth. sp.

Böhm, Joh.

Kurzfassung

Bekanntlich wird die weit verbreitete und die tiefsten Schichten des Turon durch ihr massenhaftes Auftreten charakterisierende Inoceramus-Art in der Literatur verschiedener Länder unter wechselnden Namen, und zwar als Inoceramus labiatus v. Schloth., Inoceramus mytilloides Mant. und Inoceramus problematicus v. Schloth., angeführt. Letzterer Name wird insbesondere von amerikanischen Autoren angewendet, indem sie hierin dem Vorgange D'orbignys folgen. Schlüter hat demgegenüber gelegentlich seiner Besprechung des Inoceramus labiatus darauf hingewiesen, daß v. Schlotheim den Namen problematicus an eine Art ,aus dem Sandstein und Kalkstein von Aachen" geknüpft habe. ,Aus der Kreide und dem Sandstein von Aachen liegt aber nur ein einziger Inoceramus vor, nämlich Inoceramus Cripsii Mant. Auf diese Art weisen auch die erläuternden Bemerkungen Schlotheims hin. Er hebt das lange gerade Schloß hervor, und die flügelartige, in gerader Linie sich ausdehnende obere lange Seite der Muschel. Sie sei stark, aber regelmäßig in die Quere gerunzelt und der Schnabel stehe ganz an der vorderen abgerundeten Seite. Hiernach kann unsere Art die Bezeichnung Inoceramus problematicus nicht führen." Dagegen vermag ich der weiteren Ausführung Schlüters, daß v. Schlotheim damit, daß er bei seiner Beschreibung des Inoceramus problematicus wohl die Abbildung Walchs heranziehe, aber seinen früher für dieselbe aufgestellten Namen labiatus nicht erwähne, damit auch den letzteren der Vergessenheit übergeben und daß nunmehr der Name problematicus an dessen Stelle zu treten habe, was Schlüter jedoch mit Rücksicht darauf, daß ,die Bezeichnung labiatus auch in andere Schriften übergegangen ist, und um die Verwirrung nicht noch mehr zu vergrößern", für nicht angängig erklärt, nicht beizustimmen.