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Die Paludinensande und die Seenrinne im Grunewald bei Berlin.

Werth, Emil

Kurzfassung

Zu den Ausführungen von Herrn Edw. Hennig über einen neuen Fundort von Paludina diluviana (diese Monatsberichte 60, 1908, Nr. 12, S. 342-347) seien mir einige ergänzende Bemerkungen gestattet. Das Vorkommen von Paludina diluviana Kunth in den Sanden des östlichen Grunewaldes ist mir seit langem bekannt. Ich habe die betreffenden Aufschlüsse - es kommen außer dem von Herrn Hennig beschriebenen noch in Betracht 1. ein kleiner, jetzt verfallener Anstich an der ersten Weggabelung nordwestlich von Paulsborn, 2. eine ebenfalls schon lange fast vollkommen verstürzte Sandgrube auf der Paulsborner Talinsel in der südsüdwestlichen Verlängerung des Grunewaldsees und 3. die alte Grube am Rienmeister-See - seit Jahren in ihren fortschreitenden Veränderungen verfolgt, um ein um so sichereres Urteil über die Lagerungsverhältnisse ihrer Schichten zu gewinnen. Am unzweideutigsten sind die letzteren am Rienmeister-See. Hier haben wir zu unterst diskordant parallel geschichtete Sande, Grande und Kiese von unbekannter Mächtigkeit, die ziemlich reichlich Paludina dilviana führen. Überlagert werden diese Schichten von Geschiebesand und schichtigem Geschiebelehm in einer Mächtigkeit von zusammen 1 bis fast 3 m. Ähnlich liegen die Verhältnisse nun auch in den Aufschlüssen bei Paulsborn; doch tritt hier kein Geschiebelehm auf, er wird vielmehr lediglich von geschiebeführendem Sande vertreten, welcher die Deckschicht bildet und wohl der unweit westlich auftretenden Geschiebelehmbedeckung gleichwertig zu erachten ist. Wir haben es also zwischen dem Grunewald- und Rienmeister-See zweifellos mit fluviatilen (oder event. lakustren) Sanden zu tun, die von einer subglazial gebildeten Ablagerung in der Grube beim Rienmeister-See sind schöne Flächner und gekritzte Geschiebe häufig - überlagert werden.