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Über den Piesberg-Sattel bei Osnabrück.

Haarmann

Kurzfassung

Da die Ergebnisse der Untersuchungen im Gebiete des Piesberg-Sattels an anderer Stelle ausführlich dargestellt sind, so kann ich mich hier auf die wichtigsten Punkte beschränken; besonders sollen die stratigraphischen Verhältnisse nur kurz erwähnt werden. Die ältesten bei Osnabrück anstehenden Schichten sind Carbon, und zwar entsprechen sie der oberen Saarbrücker Stufe. Über diesen folgt mit schwacher Diskordanz, unter Ausfall des Rotliegenden, Zechstein in ähnlicher Ausbildung wie im übrigen Norddeutschland. Die zum Teil mächtigen Anhydrit- und Gipslager sind am Ausgehenden ausgelaugt, so daß dort der Zechstein eine nur geringe Mächtigkeit (15 m) hat. Nennenswerte Kali- und Steinsalzlager fehlen. Der nur etwa 400 m mächtige Buntsandstein hat keine festen, geschlossenen Sandsteinbänke, ebenso wie dies von Herrn Prof. Krusch in der Februar-Sitzung aus Westfalen berichtet wurde. Der etwa 150 m mächtige Muschelkalk ist im allgemeinen so ausgebildet wie weiter südlich; die einzelnen Zonen des Wellenkalks sind nur noch teilweise deutlich auszuscheiden. Die drei Glieder des Keupers sind denen in Westfalen ähnlich, nur erscheint die Mächtigkeit des Gipskeupers mit 70 m außerordentlich reduziert, so daß die Gesamtmächtigkeit des Keupers auf 150 m angegeben werden kann. Die Trias ist somit bei Osnabrück rund 700 m mächtig, gegenüber etwa der doppelten Mächtigkeit im Wesergebiete. Der Jura ist, soweit bisher bekannt, in etwa gleicher Stärke vorhanden wie in Westfalen. Ob die Mächtigkeit der Kreide wirklich so erheblich größer ist als am südlichen Osning, wie Hasebrink meint, ist wohl noch zu untersuchen. Von Tertiär finden sich Oligocän und Mittelmiocän.