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Der Nachweis von Lias in der Argolis.

Renz, Carl

Kurzfassung

Während im westlichen Griechenland, in Epirus und auf den Ionischen Inseln Lias-Ablagerungen in sehr weiter Verbreitung und reicher paläontologischer Entwicklung schon seit längerer Zeit bekannt sind, ist es mir erst jetzt gelangen, diese Formation auch im östlichen Hellas, und zwar in der Argolis, nachzuweisen. Der Jura selbst war allerdings in Griechenland zum erstenmal in der Argolis ermittelt worden, nämlich: die Kimmeridge-Stufe bei Nauplion durch die Expedition scientifique de Morée und ein ebenfalls oberjurassischer Ellipsactinienkalk bei Hagios Vasilios durch A. Phlippson. Die Kimmeridge-Funde bei Nauplion wurden zwar von Philippson angezweifelt, sind aber neuerdings von Cayeux, der eine genaue Untersuchung der Gebirge bei Nauplion vornahm, bestätigt worden. Näheres über die geologische Erforschung der Argolis findet sich in dem Literaturbericht meiner früheren, in dieser Zeitschrift erschienenen Abhandlung über ,Trias und Jura in der Argolis". In dieser Arbeit beschrieb ich die von mir in der Argolis beim Hieron von Epidauros (Asklepieion) aufgefundenen, äußerst fossilreichen Trias-Bildungen und wies zugleich auf die in der Nähe der Trias anstehenden, vermutlich oberjurassischen kalkig-tonigen Ablagerungen mit Diceratiden hin. Ferner hatte ich aus einem rötlichen Kalk zwischen Limnaes und Angelokastron ein fragmentäres Phylloceras aus der Formenreihe des Phylloceras Capitanei erhalten.