Original paper

Über die Entstehung doppelter Wellenfurchensysteme.

Schucht, F.

Kurzfassung

In der Sitzung der Deutschen geologischen Gesellschaft vom 3. Februar d. J. hat Herr Dammer eine Platte mit zwei sich kreuzenden Wellenfurchensystemen aus dem Unteren Buntsandstein von Cosma bei Altenburg vorgelegt und in seinem Vortrage die Ansicht ausgesprochen, daß man es hier mit zwei Wellensystemen zu tun habe, deren Herausbildung zeitlich auseinanderliegt. Die breiten langen Wellen sollen als die älteren und die schmalen kurzen als die jüngeren aufzufassen sein. Dieser Ansicht wurde bereits in der Diskussion, insbesondere seitens des Herrn Menzel, entgegengehalten, daß die Entstehung eines doppelten Wellensystems durch ein und dieselbe Welle erfolge, eine Ansicht, der ich mich auf Grund meiner Beobachtungen im Wattengebiet der Nordsee nur anschließen kann, und die ich hier durch eine sehr instruktive photographische Aufnahme stützen möchte. Indem ich mir eine eingehende Beschreibung der in geologischer Beziehung bedeutsamen Erscheinungen im Wattengebiete für eine spätere Arbeit vorbehalte, möchte ich hier nur kurz bemerken, daß die Erscheinungen doppelter Wellenfurchensysteme auf den Watten häufig zu beobachten sind. Die Hauptwellenfurchen laufen bekanntlich dem Ufer in der Regel parallel. Denn die Wellen des Meeres sind in der Uferzone von der Windrichtung unabhängig, da sie beim Auflaufen auf die flache Küste in ihrer Geschwindigkeit stetig abnehmen und hierdurch eine allmähliche Änderung ihrer Richtung, eine Schwenkung, erfahren.