Original paper

Über marines Interglazial in der Umgebung von Reykjavik, Island.

Pjeturss, Helgi

Kurzfassung

Seit 1840 wird die Lokalität Fossvogur in der Nähe von Reykjavik in der geologischen Literatur über Island öfters erwähnt. Im genannten Jahre wurde das schalenführende Gestein daselbst vom Geologen der Gaimardschen Expedition, E. Robert, beschrieben, und später ist die Stelle wiederholt besucht und beschrieben worden, so von Th. Kjerulf, G. G. Winkler, C. W. Paijkull, K. Keilhack und Th. Thoroddsen, welcher letztgenannte das Vorkommen mehrmals besprochen hat. 1904 wurde zuerst zu zeigen versucht, daß die Ablagerungen von Fossvogur nicht postglazialen Alters sein können, wie man bis dahin ausnahmslos angenommen hatte, insofern von einer Altersbestimmung mit Bezug auf die Eiszeit die Rede sein konnte (dies war aber bei Robert und Winkler nicht der Fall). 1905 gibt K. Schneider aus Prag in einem kurzen Aufsatze ein Profil der Fossvogablagerungen. Dr. Schneider, dem ich diese Lokalität zu zeigen das Vergnügen hatte, verzeichnet über dem schalenführenden Gestein Moräne und mit einigem Zweifel ,Jökulhlaupsediment". (Die Gleichstellung des Fossvogprofiles mit einem ,Profil aus dem Diluvium bei Akureyri" ist ziemlich sicher unrichtig, indem die betreffenden, klimatische Oszillationen anzeigenden Ablagerungen von Akureyri erst am Ausgange der letzten Eiszeit entstanden zu sein scheinen.) Von den älteren Verfassern wird das Kliff von Fossvogur als aus Tuff, Konglomerat und Breccie aufgebaut geschildert.