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Zur Stratigraphie des Hererolandes.

Range, Paul

Kurzfassung

Auf verschiedenen Bereisungen in den Jahren 1906, 1907 und 1908 habe ich einen großen Teil des Hererolandes gesehen und halte es jetzt, nachdem ich die Resultate meiner Beobachtungen im Namaland in einer früheren Arbeit zusammengefaßt habe, für zweckmäßig, auch die Ergebnisse der Studien in der Mitte und im Norden des Schutzgebietes kurz zur Darstellung zu bringen, zumal in letzter Zeit von anderer Seite Auffassungen geäußert sind, die meinen zum Teil widersprechen. Zunächst ein Wort zu dem Begriff südafrikanische Primärformation. Schenk war wohl der erste, der diese Bezeichnung verwandt hat. Nach ihm ist sie vielfach akzeptiert, bisweilen aber auch als ungeeignet zurückgewiesen worden. Alle diejenigen, welche den Begriff anwenden, betonen ausdrücklich, daß er eine vorläufige Sammelbezeichnung darstelle, und als solche ist er meines Erachtens durchaus verwertbar. Es wird nicht behauptet, daß die Gesteine der Primärformation sämtlich zu einer geologischen Formation gehören, sondern man nimmt im allgemeinen an, daß sie das Archaicum und Palaeozoicum vielleicht bis zum Silur umfaßt. Die Primärformation Deutsch-Südwestafrikas wird in drei Horizonte gegliedert, welche als Gneisgranitzone, Gneisschieferzone und Schieferzone bezeichnet werden. Dazu kommen dann große intrusive Granitmassive. Ob die Gneisschieferzone älter als die Schieferzone ist, ist noch nicht entschieden, ebensowenig, ob die Gneisgranitzone älter oder jünger als die vorgenannten ist. Wieweit die Gneisgranite als metamorphe Granite anzusehen sind, ist ungewiß. Gerade in dieser Hinsicht harren in Deutsch-Südwestafrika Fragen von allgemeinstem Interesse der Lösung.