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Beiträge zur Kenntnis der Geologie Australiens.

Basedow, Herbert

Kurzfassung

Als ich Herrn Professor Frech sagte, es sei meine Absicht, soweit meine Zeit es erlaubt, in deutschen Zeitschriften eine Reihe von Beiträgen zur Kenntnis der Geologie Australiens erscheinen zu lassen, machte er mich darauf aufmerksam, wie notwendig es sei, bei der Lückenhaftigkeit der in schwer zugänglichen Abhandlungen vergrabenen Literatur, deutschen Gelehrten zuerst eine allgemeine kurze Übersicht der bekannten Formationen Australiens vorzulegen. Diesem guten Rate folgend, beginne ich mit einer Anzahl von Tabellen, die das Wesentlichste der Stratigraphie Australiens in möglichst übersichtlicher Form zusammenfassen. Eine Übersicht scheint vor allem notwendig, weil die ganze Entwickelung des zuletzt bekannt gewordenen Kontinents gänzlich unabhängig von der großen nördlichen Landmasse verläuft und nur zu Südafrika sowie der vorderindischen Halbinsel in nähere Beziehungen tritt. Wäre die geologische Klassifikation von Australien ausgegangen, so würden wir den Schluß des Palaeozoicums im Ober-Carbon anzunehmen haben. Eine zusammenhängende Entwickelung umfaßt die unterdyadische Eiszeit und die nach marinen Episoden in Kontinentalentwickelung übergehende Dyas-Trias. Die marine Unter-Kreide ist durch eine gewaltige Lücke von der Trias getrennt und geht nach einigen Transgressionen in eine Festlandsbildung der Ober-Kreide über. Fast rein marin ist wiederum das in paläo- und neogen gegliederte Tertiär, dessen Ablagerungen im wesentlichsten auf den Süden beschränkt sind. Von einer sogenannten quartären Eiszeit sind nur spärliche Reste auf Mount Kosciusko, ausgedehntere Ablagerungen auf Neu-Seeland und Tasmanien vorhanden. Gleichzeitig mit diesen lokalen Vereisungen herrschte auf dem australischen Kontinent ein feuchteres Klima oder eine Pluvialzeit.