Original paper

Über eine präneocome Schichtenverschiebung im nördlichen Harzvorlande.

Stremme, H.

Kurzfassung

In seiner jüngst erschienenen Arbeit über ,das Alter der deutschen Mittelgebirge" stellt Stille fest, daß jungjurassische (präcretacische) Störungen im holländisch-westfälischen Grenzgebiete, am Eggegebirge und im Hannoverschen nachgewiesen sind. Bei Gelegenheit einiger Exkursionen, die ich im Laufe der letzten Jahre in das nördliche Harzvorland der Gegend von Quedlinburg führte, glaube ich einige Tatsachen gefunden zu haben, die gleichalterige Störungen auch in dieser Gegend wahrscheinlich machen, jedenfalls aber eine präneocome Störung beweisen. Zwei der besten Aufschlüsse, die mir innerhalb des Quedlinburger sog. Aufbruchssattels bekannt geworden, sind die der Trebertschen Tongrube vom Vorderkley bei Quedlinburg und des Hohlweges zwischen Königstein und Jeschkenberg (auf dem alten Meßtischblatte: Friedrichskopf) bei Westerhausen. Jener liegt im östlichen, dieser im westlichen Abschnitte des Aufbruchssattels, der durch den bei Westerhausen eintretenden Zapfenbach in zwei Teile zerschnitten wird. In der Trebertschen Tongrube werden die Amaltheentone abgebaut, die die schönen perlmutterglänzenden Quedlinburger Amaltheen der Sammlungen liefern. Die dunklen, an sich wenig eisenreichen Tone sind von roten, braunen und grauen Sphärosideritknollen durchzogen. In den oberen Dezimetern sind die Tone auffallend hellgrau gefärbt (durch frühere Verwitterung?) und ganz zu ob erst, auf ihrer Oberfläche, intensiv rot und limonitisch gelb gefleckt. Sie werden von den weißen Neocomsandsteinen überlagert, in denen sich reichlich Pflanzenreste und auch einige Exemplare von Panopaea neocomiensis D'orb. fanden.