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Die systematische Bedeutung eines neuen Vulkantyps (Hemidiatrema) aus dem Rézgebirge.

Lachmann, R.

Kurzfassung

Wir befinden uns in der Gegenwart in einer Periode sehr lebhafter vulkanischer Tätigkeit. Trotzdem aber weist die Erdhaut viele Wundmale vulkanischer Verletzungen auf, zu deren Erklärung diejenigen Vorgänge nicht mehr ausreichen, die wir mit unseren Augen beobachten können. Zu diesen fremdartigen Gebilden gehören jene runden und senkrecht in die Tiefe setzenden, mit Tuff und Nebengesteinsfetzen erfüllten Rohren, welche Geikie aus Schottland und Branca aus Schwaben beschrieben haben, und deren Entstehung infolge von Gaseruptionen aus einem unterirdischen Magma niemals in Zweifel gezogen ist. Man findet für diese Gebilde in der Literatur den englischen Ausdruck ,neck", der aber neuerdings auch für die rein magmatischen Röhren angewandt wird. Von Daubrée werden sie als ,diatrèmes" und von Branca als ,Tuffmaare" bezeichnet. Der Zweck meines Vertrags ist nun, Sie mit einem neuen Vulkantyp bekannt zu machen, welcher in die Reihe dieser erwähnten Phänomene gehört, auf welchen aber der Ausdruck ,diatrème", also Durchbohrung, nicht zutreffend ist, und welcher ebensowenig mit einem Maar, also einem Oberflächenkessel, zu tun hat. Dagegen dürfte sich für die Gesamtheit dieser Vulkanbildungen der Ausdruck ,Tuffneck" empfehlen wegen seiner Kürze, seines kosmopolitischen Klanges und auch deshalb, weil er sich an die älteste Geikiesche Bezeichnung anlehnt. Ich bitte Sie also, mir zu folgen in das Muskatal im östlichen Rézgebirge in Ungarn, unweit der Grenze gegen Siebenbürgen. Das Muskatal verläuft entlang der Muldenlinie eine.