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Der Eruptionsmechanismus bei den Euganeentrachyten.

Lachmann, R.

Kurzfassung

Aus den Euganeen bei Padua habe ich Ihnen zwei Beobachtungsreihen mitzuteilen. Die eine betrifft die Form, in welcher die dort vorherrschenden alttertiären Trachyte erumpiert sind, die andere das Vorkommen vulkanischer Tuffnecks. Die Euganeen bestehen, geographisch betrachtet, aus einem losen Beieinander von nicht sehr hohen Hügeln. Der höchste von ihnen, der Monte Venda, ist nur 600 m hoch. Weil aber die Hügel unvermittelt aus der nur wenige Meter über der Adria gelegenen Poebene sich erheben, machen sie einen recht imposanten Eindruck, der noch dadurch verstärkt wird, daß sie teilweise recht steil geneigte Bergflanken aufweisen. Die Euganeen sind über eine annähernd elliptische Grundfläche verteilt; die größere Achse, mit 18 km, liegt im Meridian, die kleinere beträgt 14 km senkrecht dazu. Aus der Karte von Reyer aus dem Jahre 1875 können Sie erkennen, daß die Isoliertheit der Kuppen eine einfache geologische Begründung findet. Wenn Sie die Punkte, um welche herum die Trachyte sich befinden, mit einer topographischen Karte vergleichen, so finden Sie, daß Sie damit eine annähernd vollständige Zusammenstellung der einzelnen Hügel vor sich haben, so daß sich also im großen und ganzen sagen läßt, daß jeder der Euganeenhügel einen Kern von Trachyt besitzt. Es ist also das Rätsel des aus der Pianura inselförmigen Aufragens der Euganeen mit ihren mannigfaltigen Sedimenten und Eruptivgesteinen, welche die Bewunderung der Petrographen von jeher erregt haben, unmittelbar verknüpft mit der Frage nach der Form, welche ihre Trachyteruptionen aufweisen, und mit der mechanischen Deutung, die wir dieser Form geben wollen.