Original paper

Zur Altersstellung der paludinenführenden Sande im Grunewald bei Berlin.

Soenderop, F.

Kurzfassung

Im Eingang seiner Arbeit ,Über die Paludinensande und die Seenrinne im Grunewald bei Berlin" schildert Herr Emil Werth die Lagerungsverhältnisse dieser Sande in ihrer Über- und Unterlagerung von subglazial gebildeten Ablagerungen, also Grundmoränen. Lediglich auf Grund dieser Lagerung stellt er sie als ein Äquivalent der ,Rixdorfer Sande" bzw. als ,letztes Interglazial" hin; er faßt dann weiter die Paludina diluviana als typisches Fossil dieses Interglazials auf und weist den Gedanken an ein sekundäres Auftreten dieses Fossils auf Grund seiner Häufigkeit zurück, hält es also in diesen Sanden für primär. Schließlich erklärt er das Vorkommen der Paludina diluviana im jüngeren Interglazial für eine längst bekannte Tatsache. Hierzu ist folgendes zu bemerken. Die Schichten, die bei Rixdorf und in der südlichen Mark Säugetierreste aus der jüngeren Interglazialzeit an primärer Lageratätte führen, sind Kiesbänke, die unmittelbar über dem Unteren Geschiebemergel liegen. Über diesen Kiesen liegen die diskordant parallel geschichteten Sande, die zumeist dünne Kiesbänkchen einschließen und außer im Grunewald noch an zahlreichen Stellen der Mark Paludina diluviana führen. In diesen Sanden kommt z.B. in den Glindower Tongruben die Paludina diluviana in derartiger Menge vor, daß nesterweis Schale an Schale liegt. Trotzdem können diese Sande, die als Vorschüttungssande der letzten Vereisung zu gelten haben und durchaus zutreffend als ds-Sande kartiert worden sind, da ihre Überlagerung durch Oberen Geschiebemergel durchgehends nachgewiesen werden kann, nicht als die primäre Lagerstätte dieser Schnecke gelten.