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Cypridensilicit in der rheinischen Braunkohle.

Pohlig, Hans

Kurzfassung

Selbst die längst verfallenen Dysodylgruben von Rott liefern immer noch Neues. Bei der letzten Exkursion dahin unterzogen wir die früher durch mich beschriebenen Conchylien-Silicitknollen einer erneuten Prüfung. In der Form sind sie den Lößkonkretionen sehr ähnlich; wie letztere am Rhein überall da massenhaft vorkommen, wo Kalkbasalte und andere kalkreiche Gesteine in der Nähe sind, so erscheinen die Silicitknollen der Lignite an massenhafte Diatomeen-Ansammlungen in ihrem Vorkommen gebunden; sie liegen da von Erbsengröße an bis zu großen Blöcken, gehen auch, wie die Lößkindel, stellenweise zur Bildung horizontaler Bänke über. Die Silicitknollen von Rott führen nach unserer neuerlichen Untersuchung nicht nur Conchylien gleich denen von Muffendorf (den ,Süßwasserquarzen" Webers), die nach meinen früheren Berichten auch Litorinellen oder richtiger Hydrobien in Menge enthalten, sondern bei Rott kommen außer jenen und der beschriebenen Chara (hispida) lignitum auch stellenweise Anhäufungen von Cypris (faba) lignitum Pohl. vor, denen des Mainzer und schwäbischen Beckens völlig entsprechend. Diese Cypriden-Silicite des rheinischen Lignits sehen manchen Silex-Oolithen sehr ähnlich, die sich dort sicher auch noch auf primärer Lagerstätte finden werden, nachdem früher bereits Eisen-Oolithe und Ton-Oolithe von mir aus der Braunkohle des Niederrheins beschrieben worden sind, die früher über einen sehr viel größeren Teil der Rheinprovinz als jetzt verbreitet gewesen zu sein scheint. Den winzigen Querschnitten der Cypris-Schalenpaare gesellen sich solche von ebenso kleinen Chara-Früchten sowie Embryonen von Planorbis und Lymnaeus in den Silicitkonkretionen von Rott hinzu.