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,Der Untergrund von Bremen".

Wolff, W.

Kurzfassung

Die Bremer Gegend, äußerlich flach und eintönig, birgt im Innern interessante Probleme in jeder einzelnen Formation, die an ihrem Aufbau teilnimmt. Über das mesozoische Gebirge, das erst gegen 80 km südwärts aus dem Quartär und Tertiär zutage steigt, durch Kalibohrungen aber im Untergrunde bis auf etwa 40 km an die Stadt heran verfolgt ist, gibt jetzt der erste Tiefbohraufschluß bei Bremen selbst gewisse Kunde; die Kenntnis des Tertiärs ist durch mehrere Wasserbohrungen um wichtige Stufen von mehr als lokalem Interesse bereichert worden; hinsichtlich des Quartärs nimmt die Gegend eine Vorpostenstellung weit vor der Front der von Holstein durch Nordhannover heranrückenden Spezialaufnahmen des Glazialdiluviums ein, berufen, die Verbindung zu den Aufnahmen im Emsgebiet und zu Martins Forschungsergebnissen über das Diluvium im Westen der Weser herzustellen; und selbst das Alluvium bietet Gelegenheit zu allerlei interessanten Beobachtungen, die das Gesamtprofil vervollständigen und von der geologischen zur historischen Vergangenheit hinanführen. Das älteste Glied im Profil des Bremer Untergrundes ist das Salzgebirge, von dem man, vorderhand allerdings ohne zureichende Beweisunterlage, annimmt, daß es dem Zechstein angehört. Es verriet sich bereits durch eine starke Versalzung des Grundwassers in verschiedenen Gebietsteilen der Bremer Umgegend und in verschiedenen Teufen. An einigen Orten kannte man in weniger als 50 m Tiefe Grundwasser mit 2/3 Proz. Kochsalz, während an anderen bis 150 m hinab süßes Wasser angetroffen wurde. Salz- und Süßwassergebiete zeigten bisweilen erstaunlich scharfe Grenzen, und doch war es bisher nicht möglich, aus ihrer Verteilung ein Bild über die mutmaßliche Lage der unterirdischen Gebirgshorste zu gewinnen, von denen die Versalzung ausging.