Original paper

Kurze Mitteilung über ein neues Vorkommen von Dolomitisierung am Greitberg bei Holzen.

Wichmann, R.

Kurzfassung

Zu der schon so vielfach erörterten Frage über die Entstehung des Dolomites und die Dolomitisierung von Gesteinen mochte ich von einem interessanten Vorkommen, welches in neuester Zeit am Ith bei Holzen aufgeschlossen ist, Mitteilung machen. Ich bin in der Lage, hierzu einige Vergrößerungen von Photographien vorlegen zu können, die aufzunehmen Herr Deppe in Göttingen die Freundlichkeit hatte, und ein von mir geschlagenes Handstück. An einer Reihe verschiedener Profile habe ich in meiner Arbeit über den ,Korallenoolith und Kimmeridge im Gebiet des Seiter und des Ith" gezeigt, daß der Dolomit des Korallenoolith dort nicht an ein bestimmtes Niveau gebunden ist, sondern in stark wechselnder Mächtigkeit bald im oberen, bald im unteren Teile desselben auftritt. Zum Teil mag dieser Dolomit ja ursprünglich abgelagert sein, wenn auch nicht als reiner Dolomit, so doch als dolomitischer Kalk; z. T. aber ist er sicher ein Umwandlungsprodukt des reinen Kalkes, das wohl durch das Zirkulieren von kohlensaure Magnesia-haltigen Wässern entstanden ist. Wie und unter welchen Umständen dieser Vorgang möglich ist, ist ja durch die genauen Untersuchungen von Scheerer, Pfaff, Philippi u. a. nachgewiesen worden. Daß in dem in Frage stehenden Gebiet tatsächlich solche Umwandlungen stattgefunden haben, läßt sich aus dem allmählichen Übergang des Dolomites in oolithischen Kalk an verschiedenen Stellen gut erkennen. Hierbei kann man alle Übergänge von reinem Dolomit über dolomitischen Kalk zu reinem oolithischen Kalk beobachten. Der dolomitische Kalk zeigt z. T. noch deutlich die oolithische Struktur, z. T. treten an Stelle der Oolithkörner Poren auf. Solche Stücke wurden seinerzeit von Herrn v. Koenen vom Katzenbrink bei Lauenstein i. H. auf der Hauptversammlung der Deutschen geologischen Gesellschaft in Kassel vorgelegt.