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Die diluvialen Elefanten-Arten der Niederlande.

Rutten, L.

Kurzfassung

In einer brieflichen Mitteilung Pohligs in den Monatsberichten dieser Zeitschrift findet sich der folgende Satz: ,Von verschiedenen Autoren wie Ricci, Frech, Rutten u.a. sind Molaren des typischen Mammuts, die vielleicht etwas dickplattig erscheinen, irrtümlich als Elephus Trogontherii beschrieben worden." (a.a.O. S. 249). Und in einer Fußnote auf derselben Seite heißt es: ,Rutten (Die diluvialen Säugetiere der Niederlande. Utrechter Dissertation, 1909) hat ... die ersten Funde von Elephas (antiquus) Nestii (a. a. O., Taf. I., Fig. 1-3) und Elephas (primigenius) Trogontherii (ebenda, Fig. 8-11) aus Holland abgebildet. Seine Angabe des Elephas meridionalis von dort beruht auf irriger Bestimmung." Vergleicht man diese Angaben mit den zitierten Abbildungen, so zeigt es sich, daß Pohlig die Molaren, die ich als Elephas meridionalis, El. Trogontherii und El. antiquus bestimmt hatte, bzw. in El. (antiquus) Nestii, El. primigenius und El. (primigenius) Trogontherii umgetauft hat. Obwohl nun Pohlig durch eine reiche Erfahrung eine beträchtliche Autorität in Elefantenbestimmungen hat, so ist es doch unverständlich, daß er für diese Umtaufungen keinerlei Grund angibt, sondern sich mit einem von der Sache abmacht, um so mehr, als ich versucht hatte, durch Abwägung aller Merkmale meine Bestimmungen zu rechtfertigen. Betrachten wir einen Augenblick die einzelnen Fossilien näher, um zu sehen, ob Gründe für die Pohligschen Bestimmungsänderungen vorliegen. Elephas meridionalis Nesti. Von diesem wurden, abgesehen von anderen spärlichen Resten, ein Molarfragment aus der Waal, vier zusammengehörige erste Molaren aus Tonschichten von Oosterhout (Noord-Brabant) und zwei erste Molaren, die wahrscheinlich von demselben Fundort stammen, beschrieben.