Original paper

Zur Entstehung der Förden.

Werth, Emil

Kurzfassung

(Eine Erwiderung.) In Nr. 4 dieser Monatsberichte hat Herr W. Wolff eine neue Hypothese über die Entstehung der schleswigschen Förden publiziert, zu der in diesen Zeilen kurz Stellung zu nehmen mir gestattet sei. Auch Wolff sieht in den Förden subglaziale Schmelzwasserrinnen, glaubt aber aus der Tatsache, daß ihr Boden gegen den ehemaligen Eisrand zu ansteigt, auf einen anormalen Verlauf der Schmelzwasser in ihnen schließen zu müssen: Der baltische Eisstrom zu Ende der letzten Vereisung bewegte sich im westlichen Ostseebecken in nördlicher Richtung. Die schleswigsche Hauptendmoräne ist seine Randmoräne. Über sie hinweg konnten die am Boden des Gletschers kursierenden Schmelzwasserströme nicht ins Freie gelangen, sondern sie mußten, dem Gefälle folgend, sich vom Endmoränenrücken nach Osten unter das Eis ergießen, um unter demselben dann in nördlicher Richtung den Rand des Eises und damit das Freie zu gewinnen. Ich habe mich in mehreren Arbeiten, zum Teil sehr eingehend, mit der Fördenfrage beschäftigt und vor allem auch darauf hingewiesen, daß die Förden gleich den Fjorden Norwegens und den Fjärden Schwedens durch ein beckenförmiges Bodenrelief ausgezeichnet sind, d.h. für sich oder zusammen mit den sie landeinwärts fortsetzenden Rinnen aus einem oder mehreren hintereinander liegenden, durch Schwellen voneinander getrennten Becken bestehen. So ist die Haderslebener Rinne zwischen der Endmoräne und der Ostsee durch mindestens drei deutliche Schwellen unterbrochen.