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Die Temperaturmessungen im Tiefbohrloch Czuchow in Oberschlesien

Michael, R.

Kurzfassung

Die große fiskalische Tiefbohrung bei Czuchow in der Nähe von Czerwionka in Oberschlesien, welche bereits im November 1908 das bisherige tiefste Bohrloch der Welt Paruschowitz V überholt hatte, sollte ursprünglich bis auf 2500 m Tiefe niedergebracht werden. Technisch wäre die Erreichung dieser Tiefe auch möglich gewesen, da das Gebirge günstig, der Durchmesser noch hinlänglich groß genug und die Bohrung auch sonst sehr flott vonstatten gegangen war; doch mußte die Bohrung leider aus andern Gründen im März 1909 eingestellt werden, nachdem sie eine Tiefe von 2239,72 m erreicht hatte. Für die Vorbereitung der Temperaturmessungen war mit Rücksicht auf die durch längere Betriebsunterbrechung entstehenden Kosten nur wenig Zeit zur Verfügung; andererseits war es aber durch die zahlreichen von der Königlichen Bohrverwaltung in Schönebeck bereitgestellten Thermometer möglich, die Temperaturmessungen in größerem Umfange vorzunehmen. Sie erfolgten gemeinsam mit Herrn Quitzow in der Zeit vom 16. bis 26. März. Das Bohrloch war bis zu einer Tiefe von 2089 m verrohrt; der Kopf dieser untersten 50 mm starken Rohrtour stand bei 1742 m, die nächst größere von 72 mm Durchmesser befand sich zwischen 1388 und 1749 m und der Kopf der nächst weiteren 92 mm Rohrtour reichte bis 250 m unter die Oberfläche; der Schuh dieser Tour stand bei 1400 m Teufe. Die weiteren Rohrtouren reichten sämtlich bis zur Bohrlochsöffnung; der größte Durchmesser betrug 440 mm, der kleinste von diesen Rohrtouren noch 120 mm; letztere Rohrtour reichte 1176 m ins Bohrloch hinunter.